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07 | 02 | 2012
Februar 2009 : Schließung wegen Finanzkrise

Liebe Spender und Unterstützer von Casa Alianza, wir müssen Ihnen / Euch eine schlechte Nachricht übermitteln.

Die Banken- und Finanzkrise hat Casa Alianza erreicht. Zu befürchten war, dass das Spendenaufkommen insgesamt sinken würde. Es ist aber schlimmer gekommen: Covenant House (Mutterorganisation von Casa Alianza mit Sitz in New York) hat infolge der Immobilienkrise in den USA an Wert verloren. Häuser und Grundstücke haben drastisch an Wert verloren. Zudem haben Großspender (unter anderem auch Banken und Broker von der Wall Street) ihre Zuwendungen gestoppt, mit denen sie in der Vergangenheit einen namhaften Beitrag zur Finanzierung von Covenant House geleistet haben. Folge ist, dass Covenant House die Mittel für Casa Alianza in Guatemala nicht mehr bereitstellt. Da 80% der Mittel von Covenant House kamen, ist Casa Alianza in Guatemala nach 28 Jahren Arbeit am Freitag, 16.1.09, geschlossen worden. Alle Programme wurden beendet, die Mitarbeiter entlassen. Die in den Einrichtungen lebenden Kinder und Jugendlichen sollen in den nächsten 3 Monaten in ihre Familien re-integriert oder auf staatliche Einrichtungen verteilt werden. Ein Teil wird bei anderen (kleineren) Hilfsorganisationen unterkommen. 25 Mitarbeiter, darunter Praktikanten aus Spanien und der Schweiz, betreuen die Kinder und Jugendlichen (am 31. Januar waren es noch 82) bis zu ihrem Auszug aus den Einrichtungen von Casa Alianza.

Ob es in einem halben Jahr oder in 2 Jahren einen Neustart geben wird, ist noch unklar, aber wir sind zuversichtlich. Die in Deutschland zusammengekommenen Spenden sind in der Vergangenheit ausschließlich nach Guatemala und dort direkt in die von uns geförderten Projekte (Drogenrehabilitation, Mutter und Kind Programm sowie Krisenzentrum) geflossen. Die im Jahr 2008 eingegangenen Spenden sind noch nicht überwiesen, sondern solange hier in Deutschland eingefroren, bis wieder verlässliche und transparente Strukturen zur Verfügung stehen. Unser Anteil an der Arbeit von Casa Alianza betrug etwa 18% des Gesamtbudgets. Alleine können wir also die Arbeit nicht fortsetzen. Daher suchen wir mit anderen Hilfsorganisationen in Deutschland nach Möglichkeiten, einen Schutzschirm für Kinder und Jugendliche zu öffnen. Von staatlicher Seite können wir nichts erwarten - wir sind keine notleidende Bank.

Darüber hinaus gibt es bei uns Überlegungen, vorübergehend mit Casa Alianza Honduras zusammenzuarbeiten und für Guatemala ein Ersatzprogramm zu entwerfen. Daher laden wir zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung ein, um die erforderlichen vereinsrechtlichen Voraussetzungen zu schaffen.

Es tut uns Leid, Ihnen / Euch diese Zeilen zusenden zu müssen. Sie haben in den letzten Jahren, teilweise seit 1991, in unendlich vielen Aktionen und Anstrengungen die Mittel zusammengetragen, die wir von Deutschland aus in Guatemala einsetzen konnten. Es ist schlimm, dass jungen Leuten in Guatemala der Boden unter den Füßen entzogen wurde. Diese Bestürzung haben wir alle gemeinsam.

Wir hoffen, dass wir gemeinsam mit Ihnen und Euch Wege finden, die Katastrophe abzufedern.


Sabrina Stang   Britt-Mari Walkembach   Rita Kortmann   Wolfgang Claus   Franz Hucklenbruch